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So planst du deinen queeren Berlin-Besuch

Du hast einen Abend in Berlin und willst den Regenbogenkiez nicht nur abklappern, sondern verstehen? Hier ist eine Mini-Route mit Tour, Locations und ein paar Tipps, die nicht aus jedem Reiseführer kommen.
Folsom Europe 2025: Der Regenbogenkiez feiert Vielfalt

Jedes Jahr im September verwandelt sich der Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz in ein internationales Zentrum der Fetish-Community: Folsom Europe. Was in San Francisco begann, ist in Berlin längst zu einer festen Tradition geworden – ein Fest der Vielfalt, der Sichtbarkeit und der Freiheit, sich selbst auszudrücken.
Ein Wochenende voller Energie und Community
Für die queere Community ist Folsom mehr als nur ein Straßenfest. Es steht für Selbstbewusstsein und Solidarität – und zugleich für die Offenheit, die Berlin seit Jahrzehnten prägt. An diesem Wochenende zeigt sich unser Kiez von seiner buntesten, wildesten und herzlichsten Seite.
Wir von KiezTour waren natürlich mittendrin! 🎉 In diesem Jahr gab es gleich sechs Touren zu Folsom, darunter spezielle Führungen für Puppies, Leather und Rubber. Mit unseren Drag-Guides ging es nicht nur durch die Straßen des Kiezes, sondern auch in seine spannende Geschichte und zu den Menschen, die ihn geprägt haben.
Es war großartig zu sehen, wie viele unterschiedliche Menschen zusammengekommen sind – vereint durch Neugier, Lebensfreude und die Liebe zum Kiez.
Und das Beste: Nach Folsom ist vor Folsom! Schon jetzt freuen wir uns auf Folsom Europe 2026, wenn der Regenbogenkiez wieder zur internationalen Bühne für Fetish- und Queerkultur wird. Bis dahin erwarten euch noch viele spannende Touren – und vielleicht die eine oder andere neue Fetish-Spezialtour. 😉
Auch interessant auf der KiezTour
- Aktuelle KiezTour-Termine — queere Stadtführung durch den Nollendorfkiez, jeden Donnerstag um 17:30 Uhr
- Unsere Drag Queen Guides — die Persönlichkeiten hinter der KiezTour
- Locations im Regenbogenkiez — Bars, Shops und Szene-Klassiker, die wir besuchen
- Was den Regenbogenkiez besonders macht — Hintergründe zum queeren Berlin
100 KiezTouren – unser buntes Jubiläum am Nollendorfplatz

Am 10.07.2025 war es soweit: Wir haben unsere 100. KiezTour gefeiert! 🌈✨
Was mit einer kleinen Idee begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil im queeren Leben rund um den Nollendorfplatz geworden. Über 140 Jahre Geschichte, unzählige Geschichten aus dem Kiez und jede Menge Glitzer haben wir inzwischen mit unseren Gästen geteilt – und es werden immer mehr.
Ein Abend voller Geschichte, Glitzer und Community
Besonders stolz sind wir, dass die Berliner Abendschau vom rbb dieses Jubiläum begleitet hat. Für uns war das ein bewegender Moment: Nicht nur die Community feierte mit uns, sondern auch ein breiteres Berliner Publikum bekam Einblicke in die Vielfalt und Lebendigkeit unseres Regenbogenkiezes.
Unsere Touren wären jedoch nichts ohne die Menschen, die sie einzigartig machen: Die großartigen Locations im Kiez und unsere fantastischen Drag-Guides, die mit Witz, Charme und manchmal auch einem frechen Augenzwinkern durch den Kiez führen. Sie verbinden Historie mit Entertainment und machen jede Tour zu einem Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.
Die 100. Tour war ein Abend voller Freude, Begegnungen und Überraschungen – genau so, wie wir es lieben.
Auch interessant auf der KiezTour
- Nächste KiezTour buchen — queere Stadtführung durch den Nollendorfkiez, jeden Donnerstag
- Unsere Drag Queen Guides — wer dich durch den Kiez führt
- KiezTour als Geschenk — Gutschein für Berlin-Fans
- Hintergründe zum Regenbogenkiez
Warum dieser Platz für queeres Berlin so wichtig ist

Der Nollendorfplatz ist mehr als ein U-Bahnhof: Er gilt als Mittelpunkt des Regenbogenkiezes — ein Ort, an dem queere Sichtbarkeit, Verfolgungsgeschichte und heutiges Nachtleben auf wenigen Metern zusammenkommen.
Ein Platz, viele Geschichten
Der Nollendorfplatz wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Berliner Verkehrsknoten — Hochbahnhof, Bushaltestellen, Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag, Hausfassaden aus dem späten 19. Jahrhundert. Wer den Platz allerdings ein paar Minuten ruhig betrachtet, sieht Schichten: Regenbogenfahnen über den Eingängen, eine Gedenktafel am U-Bahnhof, Bars, deren Türen unmissverständlich queere Codes tragen.
Genau diese Mehrschichtigkeit macht den Platz für viele queere Berliner:innen, Tourist:innen und Historiker:innen zu einem zentralen Ort. Er ist Treffpunkt, Gedenkort und Aushängeschild zugleich — und das oft im Abstand weniger Schritte.
Der Nollendorfplatz als Zentrum des Regenbogenkiezes
Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bezeichnet den Nollendorfplatz ausdrücklich als Mittelpunkt des Regenbogenkiezes. Rund um den Platz liegen die Straßen, die historisch das Herz der Berliner Homosexuellenszene bilden: Motzstraße, Fuggerstraße, Eisenacher Straße und Nollendorfstraße.
Diese Konzentration ist kein Zufall. Schon in der Weimarer Republik war Schöneberg eines der bedeutendsten queeren Zentren Europas — und der Nollendorfplatz lag mittendrin. Dass die Bezirksverwaltung den Begriff Regenbogenkiez heute selbstverständlich verwendet, ist auch eine Anerkennung dieser über Jahrzehnte gewachsenen Sichtbarkeit.
Queeres Leben rund um den Platz
Heute findest du am und rund um den Nollendorfplatz eine dichte Mischung aus Bars, Cafés, Buchläden, Fetisch-Shops, Restaurants und Community-Einrichtungen. Manche Adressen existieren seit Jahrzehnten und sind Teil der lokalen Erinnerungskultur, andere kommen und gehen mit dem Wandel der Szene.
Charakteristisch ist, dass diese Sichtbarkeit nichts Demonstratives hat. Niemand muss am Nollendorfplatz irgendwen überzeugen, dass queeres Leben hierhergehört. Genau das fällt vielen Besucher:innen sofort auf — und macht den Platz zu einem ungewöhnlich entspannten Ort.
Die dunkle Seite der Geschichte
Am U-Bahnhof Nollendorfplatz hängt seit 1989 eine Gedenktafel, die mit dem Rosa Winkel an die Verfolgung und Ermordung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus erinnert. Der Rosa Winkel war im KZ-System das Kennzeichen, das homosexuellen Häftlingen aufgenäht wurde — eine Markierung der Entrechtung, die später von der queeren Bewegung als Erinnerungssymbol angeeignet wurde.
Diese Tafel ist klein, leicht zu übersehen und gerade deshalb wichtig: Sie verankert eine Geschichte direkt im Alltagsraum, durch den jeden Tag Tausende Menschen laufen. Wer hier kurz innehält, versteht den Regenbogenkiez anders.
Warum der Ort heute noch relevant ist
Der Nollendorfplatz funktioniert gleichzeitig als Schutzraum, Treffpunkt und Aushängeschild. Für viele queere Menschen aus dem Umland, aus konservativeren Regionen oder aus dem Ausland ist er der erste Berliner Ort, an dem sie sich ohne Erklärungspflicht bewegen. Für die Stadt ist er ein international bekannter Anlaufpunkt — und damit auch ein touristischer Faktor.
Diese Doppelrolle hat Vor- und Nachteile. Einerseits sorgt sie dafür, dass der Kiez sichtbar und politisch hörbar bleibt. Andererseits bringt sie auch Reibungen mit sich — etwa wenn Bars zum Selfie-Hintergrund werden, statt als Räume mit eigenem Publikum respektiert zu werden.
Was Besucher oft übersehen
Wer den Nollendorfplatz nur durchquert, sieht meist die offensichtlichen Zeichen: Regenbogenfahnen, Bars, gelegentlich Gruppen auf Stadtführungen. Spannender wird es, wenn du genauer hinschaust — auf Hauseingänge, kleine Schilder, Aushänge an Community-Einrichtungen, die Gedenktafel am Bahnhof, die Mosaike an manchen Fassaden.
Der Platz erzählt seine Geschichte nicht laut. Er erwartet, dass du dir Zeit nimmst.
Live im Kiez statt nur googeln
Am Nollendorfplatz bleibt Geschichte nicht abstrakt. Auf unserer KiezTour stehen wir genau dort, wo queere Sichtbarkeit, Verfolgung und heutiges Nachtleben auf wenigen Metern zusammenkommen. Unsere Drag Queen Guides erzählen die Geschichten direkt vor Ort — frech, präzise und ohne Reiseführer-Phrasen.
Häufige Fragen zum Nollendorfplatz
Warum gilt der Nollendorfplatz als queerer Ort?
Der Platz liegt im Herzen des historisch gewachsenen queeren Schöneberg. Schon in der Weimarer Republik war die Gegend ein Zentrum der Berliner Homosexuellenszene — diese Tradition setzt sich bis heute in Bars, Vereinen, Buchläden und Gedenkorten fort.
Was ist die Gedenktafel am U-Bahnhof Nollendorfplatz?
Die 1989 angebrachte Tafel erinnert mit dem Rosa Winkel an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus. Sie ist einer der ersten Gedenkorte dieser Art im öffentlichen Berliner Stadtraum.
Welche U-Bahn-Linien halten am Nollendorfplatz?
U1, U2, U3 und U4. Diese Vier-Linien-Konstellation ist für ein einzelnes Berliner Quartier ungewöhnlich und ein Grund, warum sich gerade hier eine so dichte Szene entwickeln konnte.
Kann man den Platz auch ohne Vorwissen besuchen?
Klar — aber du wirst viel mehr sehen, wenn du den Kontext kennst. Eine geführte Tour oder vorab ein paar Hintergrund-Artikel machen aus dem Verkehrsknoten ein begehbares Stadtgeschichtsbuch.
Auch interessant auf der KiezTour
- Aktuelle KiezTour-Termine — donnerstags durch den Nollendorfkiez
- Locations rund um den Nollendorfplatz
- Was den Regenbogenkiez besonders macht
- Rosa Winkel: Gedenken am U-Bahnhof Nollendorfplatz
Wie ein britischer Schriftsteller Berlin zur Weltliteratur machte

Christopher Isherwood lebte zwischen 1929 und 1933 in Schöneberg — und machte das Berlin der Weimarer Republik weltberühmt. Seine Geschichten wurden später zu Cabaret. Was davon Mythos ist und was Stadtgeschichte.
Warum Touristen nach Isherwood suchen
Wer in Berlin nach queerer Literatur, Cabaret oder Weimarer Zeit fragt, stößt verlässlich auf Christopher Isherwood. Der britische Schriftsteller lebte zwischen 1929 und 1933 zeitweise in Berlin und schrieb mit seinen Berlin-Geschichten Texte, die später zu einer der bekanntesten Berlin-Erzählungen überhaupt wurden — Goodbye to Berlin, Mr Norris Changes Trains, später adaptiert als Theaterstück I Am a Camera und schließlich als Musical und Film Cabaret.
Diese Texte machten Berlin der späten Weimarer Republik international bekannt. Wer heute mit dem Cabaret-Mythos im Kopf nach Schöneberg kommt, geht direkt in Isherwoods literarisches Erbe.
Isherwood und das Berlin der 1930er
Isherwood wohnte unter anderem in der Nollendorfstraße 17 — einer Adresse, die heute mit einer Gedenktafel ausgewiesen ist. Er bewegte sich in einer Mischung aus literarischen Kreisen, queerer Szene, Pensionsleben und alltäglichem Schöneberg. Seine Texte sind keine reinen Reportagen, aber sie sind auch keine reine Fiktion: Sie verarbeiten reale Orte, reale Menschen — verfremdet, zugespitzt, literarisiert.
Touranbieter und Berlin-Guides verbinden Isherwood deshalb häufig mit Schöneberg und der queeren Szene. Das ist nicht erfunden, aber es lohnt sich, vorsichtig zu bleiben: Nicht jede in Filmen verbreitete Szene hat eine eindeutige reale Adresse.
Was an Cabaret Mythos ist — und was Geschichte
Cabaret als Musical und Film basiert auf Isherwoods Texten, ist aber eine eigenständige Bearbeitung mit eigenem Pathos und eigener Bildsprache. Sally Bowles als Figur ist literarisch, basiert aber teilweise auf realen Bekanntschaften Isherwoods. Die schillernden Bilder von Berliner Nachtleben sind nicht aus der Luft gegriffen — sie überzeichnen aber, was historisch breiter und alltäglicher war.
Das ist keine Kritik, sondern eine Lesehilfe. Wer Cabaret als Türöffner zu Berlin nutzt, sollte die zweite Tür dann auch öffnen — die Tür zur tatsächlichen Stadtgeschichte.
Schöneberg als Bühne internationaler Projektionen
Isherwood war einer von vielen Internationalen, die Berlin in dieser Phase als Sehnsuchts- oder Studienort wählten. Wirtschaftliche Lage, kulturelle Offenheit, queere Sichtbarkeit, niedrige Mieten — die Kombination machte die Stadt zur Projektionsfläche, die nicht alle gleich wahrnahmen. Manche kamen wegen der Kunst, andere wegen der Bars, andere wegen der Sexualwissenschaft, andere als reine Tourist:innen. Schöneberg war für viele dieser Gruppen ein zentraler Ort.
Warum Isherwood für queeres Berlin wichtig bleibt
Isherwoods literarische Arbeit hat queeres Berlin in einer Zeit international sichtbar gemacht, in der diese Sichtbarkeit politisch noch nicht selbstverständlich war. Seine Bücher und ihre Adaptionen prägen bis heute, wie viele Menschen Berlin überhaupt kennenlernen. Das macht ihn zu einem Eingangsgate, nicht zur ganzen Geschichte — und genau in dieser Funktion bleibt er wichtig.
Live im Kiez statt nur googeln
Wenn du beim Namen Isherwood oder Cabaret sofort Bilder im Kopf hast: Auf der KiezTour bekommt dieser Mythos Straßennamen, Fassaden und echte Orte. Unsere Drag Queen Guides kennen die Lücken zwischen Roman und Realität — und füllen sie mit Geschichten, die den Cabaret-Mythos nicht abwerten, aber komplettieren.
Häufige Fragen zu Christopher Isherwood
Wo wohnte Isherwood in Berlin?
Unter anderem in der Nollendorfstraße 17 in Schöneberg. Die Adresse ist heute mit einer Gedenktafel ausgewiesen.
Sind Isherwoods Berlin-Geschichten autobiografisch?
Teilweise. Sie verarbeiten reale Orte und Menschen, sind aber literarisch zugespitzt. Sie funktionieren am besten, wenn man sie als literarische Verdichtung liest, nicht als Reportage.
Was ist der Zusammenhang zu Cabaret?
Cabaret als Theater- und später Filmstoff basiert auf Isherwoods Goodbye to Berlin und ist über mehrere Adaptionen davon entstanden — eigenständig in der Form, aber inhaltlich Isherwoods Material.
Lohnt sich eine Tour zu Isherwood-Adressen?
Ja, gerade als Einstieg. Auf einer Schöneberg-Tour kommt Isherwood automatisch vor, weil seine Wohnadresse mitten im Kiez liegt.